TEXT // INTERVIEW

> Interview: Phonemonal (2016):

Natascha Nikeprelevic & F.X.Randomiz im Gespräch mit WDR 3:


 
 


> Interview: chor.com Dortmund, 2011:

Natascha Nikeprelevic:
Die sprachliche Dimension in der Musik

Natascha Nikeprelevic: RE | S | PONS (2011, UA) [respons] < Reaktion auf Bestimmtes > für gemischten Chor und Solostimme
Uraufführung durch den WDR-Rundfunkchor
Leitung: Natascha Nikeprelevic (Komposition & Solostimme) Konzerthaus Dortmund



Interview (Ausschnitt):
Nach ihrer Ausbildung als Schauspielerin studierte Natascha Nikeprelevic Experimentelle Vokalmusik bei Michael Vetter an der Accademia Capraia in Italien. Seit 1996 tritt sie solistisch sowie mit Ensembles auf Tourneen und Festivals in ganz Europa, Japan, Taiwan und Korea auf. Außerdem leitet sie Seminare und Workshops. Bei der Expo 2000 Hannover leitete sie den Jugendchor in der Aufführung von Vetters Faust III.
Boris Kehrmann sprach mit der Künstlerin über ihre Arbeit.

Boris Kehrmann: Wie wirst Du in Deinem Stück RE|S|PONS mit dem WDR-Rundfunkchor zusammen arbeiten?

Natascha Nikeprelevic: Es gibt eine verbal notierte Szenenfolge, die den Sängern aber nicht ausgehändigt wird, sondern ich stelle sie ihnen vor, indem ich sie sängerisch umsetze. In der Aufführung stehe ich wahrscheinlich – das steht noch nicht fest – da, wo sie normalerweise der Dirigent steht. Der Chor sieht meine Gesten, hört meine Stimme und wird sie imitieren. Das Stück heißt unter anderem RE|S|PONS, weil es um Aktion und Reaktion geht. (…)

BK: Welche Rolle spielt das Szenarium?

NN: In den Proben lernen die Sänger die Szenenfolge kennen und üben die Materialien, die jeder Szene ihren Charakter geben. Aber es wird zu keiner Zeit vorgegeben, welche Melodielinien zu singen sind. Jeder ist eingeladen, das Material, das Thema der Szene ist, individuell zu gestalten. Sie werden nichts auswendig lernen, sondern sollen sich in der Aufführung ganz auf mich verlassen. Der Dirigent, in dem Falle ich, gibt etwas vor, was er auch erst in dem Moment erfindet und der Chor reagiert darauf. Das ist die ganz normale Kommunikations-Situation, wie wir sie ständig im Alltag anwenden, wie hier in unserem Gespräch: Der eine sagt etwas und der andere reagiert darauf. Der einzige Unterschied ist, dass wir uns in der Aufführung musikalisch artikulieren, statt mit Worten. Das muss aber auf dem gleichen intellektuellen Niveau stattfinden, wie in der Sprache. Man übt, in einer Weise musikalisch zu denken und zu sprechen, die dem semantischen Denken und Sprechen in keiner Weise nachsteht. Ich passe das Stück also laufend dem an, was der Chor mir anbietet.

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> Interview: The Open Page Theatre Magazine, 2007

Natascha Nikeprelevic
A Universtandable Song

“Singen als Existential. Singen, weil die Stimme mehr kann als nur sprechen. Singen, um die Sprache in das weite Feld der Musik hinein zu transzendieren. Singen, weil Musik, als von vornherein universelles, abstraktes, nicht semantisches Medium, alles zuläßt und auf so vielen Ebenen Erzählen möglich macht. Singen als Vermittlung zwischen Sprechen und Schweigen.”

Symptomatisch für meine Ausbildung und für meine Arbeit ist das Zusammenwirken von Intuition, Improvisation und Absicht. Dem folgen, was kommt. Ihm vertrauen als etwas, das mehr weiß als ich selbst. Denkend singen. Singend denken. Vom Sprachverständnis lernen und dessen Gesetze beim Singen anwenden.
Nie wissen, was da spricht und wer oder worüber. Nur: reagieren, wie in einem Dialog zwischen ICH und DU. Sich selbst als jemand anderen wahrnehmen, ihm zuhören und antworten. Eine organisch sich entfaltende Linie mit allerlei Umwegen entstehen lassen.
All dies könnte ich “die innere Haltung” meiner Arbeit nennen. Sie ist symptomatisch und ist auf delikate Weise der Nährboden meines Singens. In jedem Augenblick meines “Liedes” verschmelzen Intuition, Improvisation und Absicht miteinander, bedingen einander, fordern einander heraus und lassen mich “das Lied in allen Dingen” (Eichendorf) neu erfinden.

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> Interview: Stimme Raum Performance, 2007

Theater Magazin THE OPEN PAGE, Heft 12

Die Schauspielerin Julia Varley, Odin Teatret Eugenio Barba (Dänemark) im Gespräch mit
der Vokalistin Natascha Nikeprelevic (Deutschland):

VARLEY: In welchem Sinne nehmen ihre Hände und ihr Körper am Singen teil?
NIKEPRELEVIC: Meine Hände sind mir, was dem Tänzer seine Füße sind. Ich lasse sie für mich sprechen, sie sind mein heimlicher Hauptakteur. Meine Stimme scheint fast von ihnen dirigiert zu werden. Und wer dirigiert meine Hände? Ich lasse sie einander gegenseitig führen, um ihnen selbst gewissermaßen als Dritter im Bunde zu zuschauen. Im Grunde versuche ich, mich in verschiedene Instanzen aufzuteilen: die Hände, die Stimme, die Füße, den Kopf, die Arme, den Geist. Alle sollen ein Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht haben. Niemand von ihnen weiß, wo es am besten „lang gehen“ soll, alle funktionieren im Dialog miteinander, und es geht … irgendwohin in den Augenblick.

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> Interview: am.i magazine, voice issue, Seoul 2007:

Natascha Nikeprelevic (vocalist) at 13th Anseong Juksan International Arts Festival where she performed “Music for Voice and Handmovements“ in an interview with U-Do Lee:

In an article for the Danish Magazine “Open Page“ you mention the word “universtandable”… What does that mean? It’s a combination of the words “universal” and “understandable”. I see my music as universal because it’s understandable for everybody. I don’t represent anything traditional or ethnic but rather share structural messages which don’t refer to a specific culture or use of the voice.

It seems your approach of sharing structural messages and freeing music from all semantic aspects is grounded in the theory of structuralism and the works of Western Avantgarde-composers of the 1950s-70s… How can you claim universalism, keeping in mind that the conditions of structuralism itself – also its applications to music – are historically, intellectually and culturally specific?

“Universalism” in this case means to use materials for uttering sounds which are structural itself and with whom I form musical statements by always focusing on their structural quality merely consisting of energy. For Vetter it is a necessary universal step on the way to understand the world as language in itself, language in the sense of metaphysics. This is what he calls “Transverbal“, getting aware of the world of language behind the semantic one.

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> Ringgespräch über Gruppenimprovisation, 2002

THEMENSCHWERPUNKT: Improvisieren nach Konzepten

Natascha Nikeprelevic über die Improvisationskurse bei Michael Vetter:
Eine entscheidende Rolle in Vetter´s Programm spielt die Idee des Intermedialen: Das Wesen von Musik ereignet sich nicht allein im Bereich des Akustischen, sondern auf allen Ebenen kreativer Beweglichkeit. Überall, im Umgang mit Sprache wie mit Tönen wie mit Bildern, mit Tanz wie mit Theater, erweist sich das „Prinzip der Entfaltung des Lebendigen während des Lebens“ als Grundlage der Handlungsfreiheit. Vor allem aber: alle Künste erweisen sich als untereinander verwandt und als einander inspirierend.

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